Es liegt an eines Menschen Schmerz, an eines Menschen Wunde nichts,

Es kehrt an das, was Kranke quält, sich ewig der Gesunde nichts!

Und wäre nicht das Leben kurz, das stets der Mensch vom Menschen erbt,

So gäb′s Beklagenswerteres auf diesem weiten Runde nichts!

Einförmig stellt Natur sich her, doch tausendförmig ist ihr Tod,

Es fragt die Welt nach meinem Ziel, nach deiner letzten Stunde nichts;

Und wer sich willig nicht ergiebt dem ehrnen Lose, das ihm dräut,

Der zürnt ins Grab sich rettungslos und fühlt in dessen Schlunde nichts;

Dies wissen Alle, doch vergißt es Jeder gerne jeden Tag,

So komme denn, in diesem Sinn, hinfort aus meinem Munde nichts!

Vergeßt, daß euch die Welt betrügt, und daß ihr Wunsch nur Wünsche zeugt,

Laßt eurer Liebe nichts entgehn, entschlüpfen eurer Kunde nichts!

Es hoffe Jeder, daß die Zeit ihm gebe, was sie Keinem gab,

Denn Jeder sucht ein All zu sein und Jeder ist im Grunde nichts.


Das Gedicht "Es liegt an eines Menschen Schmerz" stammt von   (1796 - 1835).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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