Da, wie fast ich muß vermuten, deine Liebe lau

geworden,

Fürcht ich, daß die braune Scheitel über Nacht mir

grau geworden!

Geizest du mit Augenblicken, die mir mehr als dir

gehören?

Bist du, lieblicher Verschwender, plötzlich so genau

geworden?

Haben deiner Treue Rosen sich als Dorn den Stolz

erlesen?

Sind der Liebesgöttin Tauben wie der Juno Pfau

geworden?

Wenn dich Weiber mir gestohlen, werden sie so lang

dich fesseln,

Bis der Tempel deiner Glieder ein zerstörter Bau

geworden.

Oder willst du bloß mich locken, den du längst im

Netz gefangen,

O so lohnt sich′s nicht der Mühe, daß du kalt und

schlau geworden!

 


Das Gedicht "Da, wie fast ich muß vermuten..." stammt von   (1796 - 1835).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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