Das war ein Tier, mein Mauleselein!

Konnt′ alle Tag′ ein Ratsherr sein,

trat einher mit festem Schritte,

ging auf dem Wege stets in der Mitte,

reckte bei jedem Schall das Ohr

zwanzig Zoll hoch zierlich empor,

trug ohne Murren, wie Menschen nie pflegen,

schwere Lasten auf schweren Wegen,

scheute nicht Hitze, scheute nicht Frost,

nahm verlieb mit magerer Kost;

schritt so sicher auf glattem Eise,

sprach kein Wörtchen auf der Reise.


Das Gedicht "Ariette" stammt von   (1761 - 1819).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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