Als Noah aus dem Kasten war,
Da trat zu ihm der Herre dar,
Der roch des Noäh Opfer fein
Und sprach: „Ich will dir gnädig sein,
Und, weil du ein so frommes Haus,
So bitt’ dir selbst die Gnaden aus.“

Fromm Noah sprach: „Ach lieber Herr,
Das Wasser schmeckt mir gar nicht sehr,
Dieweil darin ersäufet sind
All sündhaft Vieh und Menschenkind.
Drum möcht’ ich armer alter Mann
Ein anderweit Getränke ha’n.“ —

Da griff der Herr ins Paradies
Und gab ihm einen Weinstock süß,
Und sprach: „Den sollt du Pflegen sehr!
Und gab ihm guten Rat und Lehr’,
Und wies ihm alles so und so.
Der Noah ward ohn’ Maßen froh.

Und rief zusammen Weib und Kind,
Darzu sein ganzes Hausgesind,
Pflanzt Weinberg’ rings um sich herum;
Der Noah war fürwahr nicht dumm!
Baut’ Keller dann, und presst den Wein,
Und füllt ihn gar in Fässer ein.

Der Noah war ein frommer Mann,
Stach ein Fass nach dem andern an,
Und trank es aus, zu Gottes Ehr’:
Das macht’ ihm eben kein Beschwer.
Er trank nachdem die Sündflut war
Dreihundert noch und fünfzig Jahr.

Nützliche Lehre.
Ein kluger Mann hieraus erficht
Das Weins Genuss ihm schadet nicht;
Und item, dass ein guter Christ
In Wem niemalen Wasser gießt,
Dieweil darin ersäufet sind
All sündhaft Vieh und Menschenkind.


Das Gedicht "Historie von Noah" stammt von   (1799 - 1853).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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