Sie wird mir einst begegnen, irgendwann,

Wie einem auf verdroßnen Wanderungen

Ein Lied einfällt, das er als Kind gesungen;

Seither sind Viele tot, und er ist Mann.

 

Und freut sich wie ein Kind, daß er′s noch kann;

Denn während er zur Klarheit sich gerungen,

Ist manche Saite in ihm abgesprungen ...

Sie wird mir einst begegnen – irgendwann

 

Und wird mich fragen nicht: Woher? Wohin?

Und wird in mich nicht drängen: Weile, raste!

Einer wie ich ist immer nur zu Gaste –

 

Und größer wird sie sein durch Demutsinn

Als jene, die wie Krämer Liebe geben:

Nur Zug um Zug und Leben gegen Leben.


Das Gedicht "Sie wird mir einst begegnen, irgendwann" stammt von   (1881 - 1932).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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