Du, der, vom Weine berauscht, die Lust der Erde besungen,

Mir gab Apollo kein lyrisches Spiel

Bespannt mit Saiten von Gold, doch sind mir Lieder gelungen,

Süßklingend sang ich der Seele Gefühl.

Mich hört der eiserne Held, mir horcht der ernste Gesandte,

Herunter kommend vom Stuhle des Herrn,

Auch höret meinen Gesang, wer sonst die Muse verkannte,

Des Geizes Priester, vernehmen ihn gern.

Mir gab Dein liebender Freund der Felsenspringerin Laute,

Oh, ihn nur zu denken wird süßer Gesang

In der ganz sapphischen Brust; der Liebes-Götter Vertraute

Ward ich und habe die Herzen in Zwang!

Mich fühlt der wankende Greis, die abgelebte Matrone,

Mich horcht der Jünglinge klopfendes Herz.

Das Mädchen fürchtet den Pfeil! er rauscht im sapphischen Tone

Laut, wie im Uzischen Liede voll Scherz.


Das Gedicht "An Herrn Uz" stammt von   (1722 - 1791).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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