Wein! ich möchte dich bald haßen,

Ich bin deiner Allmacht feind,

Denn du willst mir meinen Freund

Immer nicht vom Becher lassen.

Du bist meiner Freuden Dieb,

Könnt ich dich doch ganz verachten.

Milon hat dich gar zu lieb,

Und mich läßt er schmachten. -

Loben wollt ich die Begier,

Wein zu trinken halbe Nächte,

Wenn mein Milon nur mit mir

Manchen Abend zechte;

Aber nun trinkt er den Wein

Mit den Männern ganz allein.

Ha ihr Männer, ha ihr Zecher,

Amor jag euch von dem Becher

Durch die Pfeile, die im Köcher

Aufgesammlet sind zur Pein

Aller Herzenbrecher.


Das Gedicht "An den Wein" stammt von   (1722 - 1791).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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