Der Mensch ist Ewigkeit

 

Ich selbst bin Ewigkeit, wenn ich die Zeit verlasse

Und mich in Gott und Gott in mich zusammenfasse.

 

Die Zeit ist Ewigkeit

 

Zeit ist wie Ewigkeit und Ewigkeit wie Zeit,

So du nur selber nicht machst einen Unterscheid.

 

Der Himmel ist in dir

 

Halt an, wo laufst du hin, der Himmel ist in dir;

Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für.

 

Das Bildnis Gottes

 

Ich trage Gottes Bild: wenn er sich will besehn,

So kann es nur in mir, und wer mir gleicht, geschehn.

 

Die hohe Würdigung

 

O hohe Würdigung! Gott springt von seinem Thron

Und setzet mich darauf in seinem lieben Sohn.

Ich weiß nicht

 

Ich weiß nicht, was ich bin; ich bin nicht, was ich weiß;

Ein Ding und nit ein Ding, ein Stüpfchen und ein Kreis.

Gott ist in mir und ich in ihm

 

Gott ist in mir das Feur und ich in ihm der Schein;

Sind wir einander nicht ganz inniglich gemein?


Das Gedicht "Cherubinischer Wandersmann" stammt von   (1624 - 1677).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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