Auf Freunde! Lasst uns zu der Tafel eilen
In dem die Sonn ins Himmels Mittel hält
Und der von Hitz und Arbeit matten Welt
Sucht ihren Weg / und unsern Tag zu teilen.

Der Blumen Zier wird von den Flammen Pfeilen
Zu hart versehrt / das ausgedörrte, Feld
Wünscht nach dem Tau’ / der Schnitter nach dem Zelt;
Kein Vogel klagt von seinen Liebes-Zeilen.

Jetzt herrscht das Licht. Der schwarze Schatten fleucht
In eine Höhl / in welche sich verkreucht /
Den Schand und Furcht’ sich zu verbergen zwinget.

Man kann dem Glanz des Tages ja entgehn!
Doch nicht dem Licht / das / wo wir immer stehn
Und sieht und riecht / und Hell’ und Gruft durchdringet.


Das Gedicht "Mittag" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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