Die Nacht hindurch rang ich mit der Erinnerung

Die aufständisch am Tor des Denkens klopfte

Das knitterige Wrack vergangener Zeit entfaltete

Seine Ernüchterung; nun weine ich

Um Frieden, Kraft, die Lüge zu vergessen,

Die Hoffnung allzu lange wisperte. So suchte ich

Den Schlaf, der doch nicht kam. Die Nacht war

überladen

Mit alten Emotionen schweigend schluchtzend.

Ich hörte deine Stimme wieder, wusste das

was du versprachst, hat sich als bloße Prahlerei erwiesen.

Und Deine Hände eng an mir, die Nacht mit weitem Flügel

Schützt unsre Liebe in der Dunkelheit. Aus der Wiese

zittert ein plötzlich Vogelschrei gleich einem Stich.

In meinem Arm nichts als die Dämmerung.


Das Gedicht "Crépuscule du matin" stammt von   (1874 - 1925).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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