Bald naht der Herbst. Er paßt zu einem Kriege.
Sie kommen sich zur Hochzeit der Zerstörung
Mit Blätterfall und Menschenfraß entgegen,
Die Zeit der Mörder ist des Herbstes Braut.
Schon fahren aus den Dämmerungen Schläge,
Unkenntlich sind sie, aber immer frecher,
Und rote Augen stehen starr dahinter,
Durch die man offen in die Hölle schaut.
Wir warten, sind vom Warten längst ergraut
Getrennt von allen, die uns nahe waren,
Von allen, die wir lieben, täglich sahen,
Wir sehen nicht mehr, lieben nicht mehr, warten
Auf unser Wiedersehn und Wiederlieben,
Wir warten, warten, warten auf das Warten,
Es ist die tiefste Folter der Verbannung,
Und unser Bau stürzt ein, auf Sand gebaut.
Die Dämmerungen aber wachsen immer,
Die Nächte sind schon länger, als die Menschen
Nach soviel Jahren schlaflos noch ertragen,
Sie hören dann Vergangenheit mit Stimmen
So schön und klar wie ferne Vögel flüstern
Und Zukunft donnern, aber ohne Laut.
Das macht die Zeit, die jedem auf den Mund schlägt,
Sie selbst nur schreit, sie schreit sogar vor Wollust,
Weil sie die große, bald die größte Zeit ist
Und sich gespenstisch liebt und viel Erfolg hat,
Obwohl sie häßlich ist wie Sumpf und Abgrund,
Wälzt sie sich mit den tollsten Abenteurern -
Und Milch des Todes wird in ihr gebraut.
Die blutige Umarmung - Brut des Schreckens,
So unbekannte Ungeheuer schwellen
In ihrem Bauche, gegen alles Gute,
Daß schwarzes Warten sich nun ganz verfinstert
Und sich das Licht nicht mehr zur Erde traut.
Gedichte