Eine Fledermaus fiel in das Gras.

Sofort stürzte ein Wiesel auf sie zu

und wollte sie verspeisen.

 

"Ach!" piepste die Fledermaus in Todesangst.

"Was willst du? - Was tust du? O lasse mich am Leben!"

 

"Ich kann nicht, ich hasse dich,

weil ich alle Vögel hasse", fauchte das Wiesel.

 

Die Fledermaus besann sich einen Augenblick.

 

"Ich bin doch kein Vogel; ich kann die Vögel nicht leiden;

ich bin doch eine Maus!" beteuerte sie.

- Da schenkte ihr das Wiesel das Leben.

 

Kurze Zeit nachher hatte die Fledermaus dasselbe Unglück.

 

Wieder war ein Wiesel daran, ihr den Hals durchzubeißen.

 

"Du sollst augenblicklich gefressen werden",

sagte es, "ich hasse alle Mäuse und dich auch!"

 

"Aber ich bin doch keine Maus,

ich kann die Mäuse nicht leiden! Ich bin doch ein Vogel!"

- beteuerte die Fledermaus.

 

"Was du nicht sagst -, entschuldige!"

antwortete das Wiesel.

Und die Fledermaus kam wirklich wieder mit dem Leben davon.


Das Gedicht "Die Fledermaus" stammt von   (-0001 - -0001).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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