Eine Dohle sah, was die Tauben in ihrem Verschlag

für ein schönes Leben hatten.

Da färbte sie sich weiß und ging zu ihnen,

um es ebensogut zu haben.

Solange sie sich nun ruhig verhielt,

waren die Tauben der Meinung,

sie sei eine ihresgleichen und duldeten sie.

Eines Tages aber vergaß sie sich

und machte den Schnabel auf,

da erkannten sie die Stimme und jagten sie fort.

 

Da der Dohle so im Taubenschlag die gute Kost entging,

kehrte sie zu den Dohlen zurück.

Sie erkannten sie aber nicht wegen der Farbe

und duldeten sie auch bei sich nicht.

So hatte sie nun zweierlei gewollt,

aber weder das eine noch das andere erreicht.

 

So müssen auch wir, was wir haben,

uns genügen lassen und bedenken,

daß die Habgier nichts nützt

und uns das nimmt, was wir besitzen.


Das Gedicht "Die Dohle und die Tauben" stammt von   (-0001 - -0001).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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