Ein Frosch stritt mit einer Ratte um einen Sumpf.
Der Frosch behauptete, daß er ihn mit dem größten Rechte besitze;
die Ratte hingegen, daß er ihr gehöre
und daß der Frosch ihr denselben abtreten müsse.
Dieser wollte aber nichts davon hören,
und so gerieten sie bei diesem Streite hart aneinander.
Wieviel besser hätten sie getan,
wenn sie sich verglichen hätten;
denn in der Hitze des Streites hatten sie nicht
auf die Weihe geachtet, welche in der Ferne gelauert hatte,
nun über die Kämpfer herfiel und beide zerriß.
Wenn sich zwei Schwache zanken,
so endigt oft ein dritter,
Mächtigerer zu seinem Vorteil den Streit.
Das Gedicht "Der Frosch, die Ratte und die Weihe" stammt von Aesop (-0001 - -0001).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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