Ein Esel und ein Fuchs

lebten lange freundschaftlich zusammen

und gingen auch miteinander auf die Jagd.

Auf einem ihrer Streifzüge kam ihnen ein Löwe

so plötzlich in den Weg, daß der Fuchs fürchtete,

er könne nicht mehr entfliehen.

Da nahm er zu einer List seine Zuflucht.

Mit erkünstelter Freundlichkeit sprach er zum Löwen:

 

"Ich fürchte nichts von dir, großmütiger König!

Kann ich dir aber mit dem Fleische

meines dummen Gefährten dienen, so darfst du nur befehlen."

 

Der Löwe versprach ihm Schonung,

und der Fuchs führte den Esel in eine Grube,

in der er sich fing.

 

Brüllend eilte nun der Löwe auf den Fuchs zu

und ergriff ihn mit den Worten: "Der Esel ist mir gewiß,

aber dich zerreiße ich wegen deiner Falschheit zuerst."

 

Den Verrat benutzt man wohl,

aber den Verräter liebt man doch nicht.


Das Gedicht "Der Esel und der Fuchs" stammt von   (-0001 - -0001).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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