Ein Mann kaufte einen Esel,
aber nicht gleich endgültig,
sondern er machte eine Probezeit aus.
Als er mit ihm in seinen Hof kam,
wo schon mehrere Esel teils bei der Arbeit,
teils bei der Abfütterung waren,
ließ er ihn frei laufen.
Sogleich trottete der neue
zu dem faulsten und gefräßigsten Gefährten
und stellte sich zu ihm an die Futterkrippe.
Da legte ihm der Mann den Strick
wieder um den Hals und brachte ihn
dem bisherigen Besitzer zurück.
»So schnell kannst du ihn doch gar nicht erprobt haben«,
wunderte sich der.
»O mir genügt, was ich gesehen und erfahren habe:
Nach der Gesellschaft, die er sich ausgesucht hat,
ist er ein übler Bursche!«
Das Gedicht "Der Esel auf Probe" stammt von Aesop (-0001 - -0001).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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