Ein Fuchs sah einen Eber seine Hauer
an einem Eichstamme wetzen und fragte ihn,
was er da mache, da er doch keine Not,
keinen Feind vor sich sehe?
"Wohl wahr", antwortete der Eber,
"aber gerade deswegen rüste ich mich zum Streit;
denn wenn der Feind da ist,
dann ist es Zeit zum Kampf, nicht mehr Zeit zum Zähnewetzen."
Bereite dich im Glück auf das künftige Unglück;
sammle und rüste in guten Tagen auf die schlimmern.
Das Gedicht "Der Eber und der Fuchs" stammt von Aesop (-0001 - -0001).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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