Eine Schildkröte bat einen Adler,
ihr Unterricht im Fliegen zu geben.
Der Adler suchte es ihr auszureden,
aber je mehr er sich bemühte,
ihr das Törichte ihres Wunsches klarzumachen,
desto mehr beharrte sie darauf.
Ihrer dringenden Bitten müde,
nahm der Adler sie endlich in die Luft
und ließ sie ungefähr turmhoch herabstürzen;
zerschmettert lag sie auf der Erde
und mußte so ihre Torheit büßen.
Trachte nicht nach Dingen,
die die Natur dir versagt hat;
was die Natur versagt, kann niemand geben.
Das Gedicht "Der Adler und die Schildkröte" stammt von Aesop (-0001 - -0001).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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