Wir singen unsre Lieder, so lang′ das Schwert noch ruht;

Mit Melodien wecken wir unsrer Brüder Muth;

Wir singen für die Freiheit, ob auch der Feind uns droht;

Wir singen und wir sterben den schönen Liedertod.

 

Gott hauchte uns das Leben der Lieder in die Brust;

Lied werden unsre Schmerzen und Lied ist unsre Lust;

So kämpfen wir und singen nach göttlichem Gebot:

Wir singen und wir sterben den schönen Liedertod.

 

Ein jeder Tropfen Blutes ein rosenrothes Lied,

Das, aus dem eignen quellend, in alle Herzen zieht,

So opfern wir das Leben für unser Aller Noth,

Wir singen und wir sterben den schönen Liedertod.

 

Und will′s der Feind nich anders, so sind wir wohlbewehrt,

So ziehen wir und schwingen für unser Wort das Schwert!

Doch singen wir im Kampfe, daß rings Begeisterung loht.

Wir singen und wir sterben den schönen Liedertod.

 

Und wie die Lerchen jubeln entgegen wir dem Tag,

Daß Sonne nicht mehr leuchtet auf unsres Volkes Schmach;

Das letzte Lied der Freiheit! in ihrem Morgenroth,

So singen wir und sterben den schönen Liedertod.


Das Gedicht "Wir" stammt von   (1810 - 1876).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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