Schon meinen Spielgenossen hieß ich Träumer;

Denn wie ein Bruder engverwandt von je,

Fühlt′ ich, o Schmerz, du tiefer, allgeheimer,

Mich dir und deinem dunklen Weh.

 

Wenn lachend über mir des Lebens blauer

Lichthimmel hängt, mich Scherz und Lust umhallt,

Doch stets zu dir in deine ernste Trauer

Zurückgezogen werd′ ich bald.

 

In mich mit langen, durst′gen Zügen sauge

Ich deinen Odem, während so vertraut,

Und wie aus Weltalltiefen doch, dein Auge,

Das große, dunkel auf mich schaut.

 

Da fühl′ ich: aus dem düstern Reich dort unten

Nur kommt die Weihe in des Menschen Brust,

Und matt und schal erscheint mit ihren bunten

Trugbildern mir der Erde Lust.


Das Gedicht "Weihe des Schmerzes" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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