Lichter schon werden die Reben der Laube,
Drunter im Lenz wir, im Herbste geruht,
Und, die wir reifen gesehen, die Traube,
Strömt auf die Kelter die goldene Flut.
Bald als Wein in feurigen Wogen
Gießen wird sie die Glut des August,
Die sie am flammenden Mittag gesogen,
Uns beim Dezemberfrost in die Brust.
So um Verlornes wie sollten wir klagen?
Immer vom Liede der Nachtigall
Tönt aus den wonnigen Junitagen
Uns in der Seele der Wiederhall.
Gingen alle zu Grab, die uns teuer -
Von der Liebe, die wir geliebt,
Ewig erfüllt uns das wärmende Feuer,
Ob auch das Leben zu Asche zerstiebt!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte