Fliegt, durch die zitternden Reben
Ins Stübchen, ihr Töne, fliegt,
Wo hinter den Gitterstäben
Die Kleine schlummernd liegt!
Schon beim Klange der Saiten
Regt sich die Schläferin;
Liebliche Träume gleiten
Fühlt sie durch Seele und Sinn!
Web′ aus tönenden Maschen,
Webe ein Netz, mein Lied,
Im Schlummer ihr Herz zu haschen,
Das wachend scheu vor mir flieht.
Länger mit Lachen und Necken
Höhnen mich soll es nicht mehr;
Wo es sich mag verstecken,
Fang′ es und bring′ mir her.
Nicht zürnen wird sie dem Diebe,
Der es geraubt über Nacht,
Wenn aus Träumen der Liebe
Beim Morgenroth sie erwacht.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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