Ich weiß ein Schloß, das hoch auf Klippen ragt;

Von Adlern ist sein Zinnendach umflogen

Und wirft den Morgenglanz, lang, eh es tagt,

Schon weithin auf die blauen Meereswogen;

Im Traum hab′ ich, o meines Herzens Braut,

Uns beiden diesen Wonnesitz erbaut.

 

Dort in den Gärten schweifen wir umher

Und sehen von den hängenden Terrassen

Zu Füßen uns den Himmel und das Meer

In Liebesschauern bald, gleich uns, erblassen,

Bald so wie wir, wenn Mund am Munde ruht,

Hoch aufglühn in des Abends Purpurglut.

 

Und o! die sonn′gen Halden an der Kluft,

Die Grotten, die zu sel′gem Schlummer laden,

Indessen meerhauchfeuchter Myrtenduft

Emporwallt von den hallenden Gestaden,

Und durch die Brandung, die am Felsen dröhnt,

Das Wonnestammeln unsrer Herzen tönt.


Das Gedicht "Das Zauberschloß" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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