»So ganz verwandelt du, der beim Orkan

Sonst tollkühn in die Meerflut stach

Und mit dem Kiel, daß wir es zitternd sahn,

Die Wogenschäume lachend brach?

 

Sag an, warum du einsam träumst und sinnst,

Dem Freunde sag′s, Christoforo!

Die Sorge scheuch, das eitle Hirngespinst!

Sei neu mit uns beim Ballspiel froh!«

 

Umsonst! Wie viel von Fragen auch bestürmt,

Der Jüngling bricht das Schweigen nicht:

Er brütet, Schriften vor sich aufgetürmt,

Vom Morgen bis zum Abendlicht.

 

Und Monde schwinden; mit dem Freunde da

Einst ruht er nachts beim Flutgeroll

Am Seegestad der stolzen Genua

Und spricht zu ihm geheimnisvoll:

 

»Vernimm! Im leichten Nachen, fern dem Strand,

Warf mich der Nordsturm jüngst umher;

Ringsum kein Ufer; nur mit jähem Rand

Stieg eine Klippe aus dem Meer.

 

Dort stand im Nebel, den wie ein Gewand

Der Nachtwind auf und nieder blies,

Ein Riesenbild von Marmor, dessen Hand,

Weit ausgestreckt, nach Westen wies.«


Das Gedicht "Colombo" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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