Hier am Berghang wollen wir ruhn,
Uns an der Quelle zu laben!
Unter Myrten und Rosen nun
Werde die Sorge begraben!
Schwer sind dem Wind von des Hirtenrohrs
Sterbenden Tönen die Schwingen,
Während im Laub des Cikadenchors
Schmetternde Stimmen verklingen.
Sanft gewiegt von dem säuselnden Hauch
Zeigt und verhüllt mit dem Wipfel
Die Cypresse den wallenden Rauch
Ueber dem Aetnagipfel.
Schlummer, komm und entführe still
Uns in die duftenden Weiten,
Wo durch die Wiesen von Asphodill
Selige Schatten gleiten!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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