Hin trägt uns das Maultier, buntgezäumt,

Durch sonnenverbrannte Schluchten,

An Schlünden vorbei, wo die Meerflut schäumt

Tief unten um hallende Buchten,

Um Riff und Klippe und zackiges Kap

Auf schwindelnden Pfaden hinauf und hinab.

 

Bald Thäler, von Afrikas Gluthauch heiß,

Bergwände, vom Erdstoß geborsten,

Bald Gipfel, starrend in ewigem Eis,

Wo einsam die Adler horsten!

Bald Goldfruchthaine am Meeressaum,

Darunter wir träumen den Mittagstraum!

 

Wohl in der Rechten des Räubers blitzt

Das Messer, bereit zum Morden;

Wohl ragt manch Kreuz, aus Holze geschnitzt,

An des Sturzbachs düsteren Borden,

Und um Rache für das vergossene Blut

Hallt noch ein Schrei aus der tosenden Flut.

 

Doch vorwärts, Freunde! Einst, heimgekehrt,

Uns drängend ums lodernde Feuer,

Gedenken wir froh am traulichen Herd

Der bestandenen Abenteuer,

Und süßer, als je das Rasten war,

Ist dann das Gedächtnis erlebter Gefahr.


Das Gedicht "Aus der Sierra Nevada" stammt von   (1815 - 1894).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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