′s war mal ′ne Katzenkönigin,

Ja, ja!

Die hegte edlen Katzensinn,

Ja, ja!

Verstand gar wohl zu mausen,

Liebt′ königlich zu schmausen,

Ja, ja! - Katzennatur!

Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

 

Die hatt ′nen schneeweißen Leib,

Ja, ja!

So schlank, so zart, die Hände so weich.

Ja, ja!

Die Augen wie Karfunkeln,

Sie leuchteten im Dunkeln,

Ja, ja! - Katzennatur!

Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

 

Ein Edelmausjüngling lebte zur Zeit,

Ja, ja!

Der sah die Königin wohl von weit,

Ja, ja!

′ne ehrliche Haut von Mäuschen,

Der kroch aus seinem Häuschen,

Ja, ja! - Mäusenatur!

Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

 

Der sprach: in meinem Leben nicht,

Ja, ja!

Hab ich gesehen so süßes Gesicht,

Ja, ja!

Die muß mich Mäuschen meinen,

Sie tut so fromm erscheinen,

Ja, ja! - Mäusenatur!

Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

 

Der Maus: willst du mein Schätzchen sein?

Ja,ja!

Die Katz: ich will dich sprechen allein.

Ja, ja!

Heut will ich bei dir schlafen -

Heut sollst du bei mir schlafen -

Ja, ja! - Katzennatur!

Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!

 

Der Maus, der fehlte nicht die Stund,

Ja, ja!

Die Katz, die lachte den Bauch sich rund,

Ja, ja!

Dem Schatz, den ich erkoren,

Dem zieh ich′s Fell über die Ohren,

Ja, ja! - Katzennatur!

Schlafe, mein Mäuschen, schlafe du nur!


Das Gedicht "Katzennatur" stammt von   (1781 - 1838).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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