Ach in Trauern muß ich leben,

Ach! wie hab ichs denn verschuldt?

Weil mirs hat mein Schatz aufgeben,

Muß ichs leiden mit Geduld.

 

Vater und Mutter, die wollens nicht leiden,

Gelt mein Schatz, das weißt du wohl?

Du hast recht in allen Sachen,

Kannst dein Glück noch besser machen,

Weil ich dich nicht kriegen soll.

 

Rosmarin und Lorbeerblätter

Verehr ich dir zu guter lezt,

Das soll seyn das lezt Gedenken,

Weil du mich nochmals ergötzt.

 

Es sind zwey Stern an dem Himmel,

Leuchten wie das klare Gold,

Der eine leucht zu meim Schätzchen,

Der andre durch das finstre Holz.

 

Sind wir oft beisammen gesessen,

Manche schöne halbe Nacht.

Haben wir oft den Schlaf vergessen,

Und mit Lieben zugebracht.

 

Morgens wenn ich früh aufstehe,

Ist mein Schatz schon aufgeputzt;

Schon mit Stiefeln, schon mit Sporen,

Giebt er mir den Abschiedskuß!


Das Gedicht "Abschiedsklage" stammt von   (1781 - 1831).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte