Nicht also kürren und schorren die Ratzen,

nicht also schreien und gmauzen die Katzen,

nicht also pfeifen und zischen die Schlangen,

nicht also rauschen und prasseln die Flammen,

nicht also scheppern und kleppern die Rötschen,

nicht also plurren und schnurren die Prötschen,

nicht also wüten und heulen die Hund,

nicht also brüllet der Löwen ihr Schlund,

nicht also hauset und brauset das Meer,

nicht also stürmet ein kriegrisches Heer,

Nicht also reißet und tobet der Wind,

nicht also jammert ein schreiendes Kind:

wie zwei wankende, zankende, reißende, beißende,

weinende, greinende, mockende, bockende,

trutzige, schmutzige

Eheleut.


Das Gedicht "Die schlimmen Eheleut" stammt von   (1644 - 1709).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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