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Trübsinn


Weltunglück geistert durch den Nachmittag.

Baraken fliehn durch Gärtchen braun und wüst.

Lichtschnuppen gaukeln um verbrannten Mist,

Zwei Schläfer schwanken heimwärts, grau und vag.

 

Auf der verdorrten Wiese läuft ein Kind

Und spielt mit seinen Augen schwarz und glatt.

Das Gold tropft von den Büschen trüb und matt

Ein alter Mann dreht traurig sich im Wind.

 

Am Abend wieder über meinem Haupt

Saturn lenkt stumm ein elendes Geschick.

Ein Baum, ein Hund tritt hinter sich zurück

Und schwarz schwankt Gottes Himmel und entlaubt.

 

Ein Fischlein gleitet schnell hinab den Bach;

Und leise rührt des toten Freundes Hand

Und glättet liebend Stirne und Gewand.

Ein Licht ruft Schatten in den Zimmern wach.

 


Georg Trakl
(* 03.02.1887, † 03.11.1914)




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