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Stunde des Grams


Schwärzlich folgt im herbstlichen Garten der Schritt

Dem glänzenden Mond,

Sinkt an frierender Mauer die gewaltige Nacht.

0, die dornige Stunde des Grams.

 

Silbern flackert im dämmernden Zimmer der Leuchter des Einsamen,

Hinsterbend, da jener ein Dunkles denkt

Und das steinerne Haupt über Vergängliches neigt,

 

Trunken von Wein und nächtigem Wohllaut.

Immer folgt das Ohr

Der sanften Klage der Amsel im Haselgebüsch.

 

Dunkle Rosenkranzstunde. Wer bist du

Einsame Flöte,

Stirne, frierend über finstere Zeiten geneigt.


Georg Trakl
(* 03.02.1887, † 03.11.1914)




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