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Sommer


Am Abend schweigt die Klage

Des Kuckucks im Wald.

Tiefer neigt sich das Korn,

Der rote Mohn.

 

Schwarzes Gewitter droht

Über dem Hügel.

Das alte Lied der Grille

Erstirbt im Feld.

 

Nimmer regt sich das Laub

Der Kastanie.

Auf der Wendeltreppe

Rauscht dein Kleid.

 

Stille leuchtet die Kerze

Im dunklen Zimmer;

Eine silberne Hand

Löschte sie aus;

Windstille, sternlose Nacht.


Georg Trakl
(* 03.02.1887, † 03.11.1914)




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