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In einem verlassenen Zimmer


Fenster, bunte Blumenbeeten,

eine Ogel spielt herein.

Schatten tanzen an Tapeten,

Wunderlich ein toller Reihn.

 

Lichterloh die Büsche wehen

Und ein Schwarm von Mücken schwingt

Fern im Acker Sensen mähen

Und ein altes Wasser singt.

 

Wessen Atem kommt mich kosen?

Schwalben irre Zeichen ziehn.

Leise fließt im Grenzenlosen

Dort das goldne Waldland hin.

 

Flammen flackern in den Beeten.

Wirr verzuckt der tolle Reihn

An den gelblichen Tapeten.

Jemand schaut zur Tür herein.

 

Weihrauch duftet süß und Birne

Und es dämmern Glas und Truh.

Langsam beugt die heiße Stirne

Sich den weißen Sternen zu.


Georg Trakl
(* 03.02.1887, † 03.11.1914)




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