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Herbstseele


Jägerruf und Blutgebell;

Hinter Kreuz und braunem Hügel

Blendet sacht der Weiherspiegel,

Schreit der Habicht hart und hell.

 

Über Stoppelfeld und Pfad

Banget schon ein schwarzes Schweigen;

Reiner Himmel in den Zweigen;

Nur der Bach rinnt still und stad.

 

Bald entgleitet Fisch und Wild.

Blaue Seele′ dunkles Wandern

Schied uns bald von Lieben, Andern.

Abend wechselt Sinn und Bild.

 

Rechten Lebens Brot und Wein,

Gott in deine milden Hande

Legt der Mensch das dunkle Ende,

Alle Schuld und rote Pein.


Georg Trakl
(* 03.02.1887, † 03.11.1914)




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