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Ein Frühlingsabend


Ein Strauch voll Larven; Abendföhn im März;

Ein toller Hund läuft durch ein ödes Feld

Durchs braune Dorf des Priesters Glocke schellt;

Ein kahler Baum krümmt sich in schwarzem Schmerz.

 

Im Schatten alter Dächer blutet Mais;

O Süße, die der Spatzen Hunger stillt.

Durch das vergilbte Rohr bricht scheu ein Wild.

O Einsamstehn vor Wassern still und weiß.

 

Unsäglich ragt des Nußbaums Traumgestalt.

Den Freund erfreut der Knaben bäurisch Spiel.

Verfallene Hütten, abgelebt′ Gefühl;

Die Wolken wandern tief und schwarz geballt.


Georg Trakl
(* 03.02.1887, † 03.11.1914)




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