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An Mauern hin


Es geht ein alter Weg entlang

An wilden Gärten und einsamen Mauern.

Tausendjährige Eiben schauern

Im steigenden fallenden Windgesang.

 

Die Falter tanzen, als stürben sie bald,

Mein Blick trinkt weinend die Schatten und Lichter.

Ferne schweben Frauengesichter

Geisterhaft ins Blau gemalt.

 

Ein Lächeln zittert im Sonnenschein,

Indes ich langsam weiterschreite;

Unendliche Liebe gibt das Geleite.

Leise ergrünt das harte Gestein.


Georg Trakl
(* 03.02.1887, † 03.11.1914)




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