Brudern Pauli Töchterlein

 

Geboren in der Flucht, umringt mit Schwert und Brand,

Schier in dem Rauch erstickt, der Mutter herbes Pfand,

Des Vatern höchste Furcht, die an das Licht gedrungen,

Als die ergrimmte Glut mein Vaterland verschlungen.

Ich habe diese Welt beschaut und bald gesegnet:

Weil mir auf einen Tag all′ Angst der Welt begegnet.

Wo ihr die Tage zählt; so bin ich jung verschwunden,

sehr alt; wofern ihr schätzt, was ich für Angst empfunden!


Das Gedicht "Grabschrift Marianae Gryphiae" stammt von   (1616 - 1664).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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