Lau in der Nacht mag ich nimmer sein, -

Kalt oder brennend wie ein lohes Feuer!

O, Lust und Leiden sind nur farblos, klein,

Wo Liebe nicht ergriffen hat das Steuer!

 

Wer noch bei Sinnen, ist kein rechter Freier;

Wirf von dir ohne Zagen all was dein,

Der stirbt vor Liebe nicht, ein halbgetreuer,

Wer von der Liebe mehr verlangt als Pein.

 

Gleichwie ein Schiff, wenn sich die Wetter schwärzen,

an jähen Klippen treibt bei finstrer Nacht.

Auf weitem Meer der Wind′ und Wogen Spiel,

 

So auf dem wüsten Meere meiner Schmerzen

Such ich, auf neue Leiden nur bedacht,

Im Hoffnungslosen meines Glückes Ziel.


Das Gedicht "Echte Liebe" stammt von (* 1788-03-10, † 1857-11-26).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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