Pionier des Lautgedichts und Initiator der Dada-Bewegung, Mitglied der "Blauen Reiter" sowie Freund und Biograph von Hermann Hesse.
Epoche: Dadaismus / Expressionismus
Eine Liste der besten Gedichte von Hugo Ball. Schöne & berühmte Gedichte sind durch 1-3 Sterne [*] hervorgehoben. Diese Klassifizierung beinhaltet natürlich ein subjektives Urteil. Zudem sind kurze Gedichte durch ein [K] und lange durch ein [L] bzw. [XL] (episch) gekennzeichnet.
A
B
C
D
- Das Insekt [L]
- Der blaue Abend [**]
- Der Büßer
- Der gefallene Cherub
- Der Geliebten
- Der Gott des Morgens
- Der Henker [*]
- Der Rasta-Querkopf
- Der Schlaf, unser Schlaf ist...
- Der Verzückte
- Die Ersten
- Die Katze
- Die Sonne [**, L]
- Die weiße Qualle [L]
E
F
G
- Gadji beri bimba [**]
I
K
- Karawane [***]
- Komm heraus, o Herr
L
M
- Mein Dämon [K]
N
O
S
- Schöne Mondfrau…
- Seepferdchen und Flugfische [**]
- Sieben schizophrene Sonette [*, XL]
- Skizze
- Sonnuntergang
T
- Totenklage [**]
- Totentanz [***]
V
W
Einordnung
Hugo Ball zählt zu den bedeutenden Wegbereitern der avantgardistischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Internationale Bekanntheit erlangte er als Mitbegründer des Zürcher "Cabaret Voltaire", aus dem 1916 die dadaistische Bewegung hervorging. Sein Werk ist geprägt von der Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg, der Krise der europäischen Kultur, experimenteller Sprache (Lautgedicht: "Verse ohne Worte") und einer tiefen religiösen Suche.
Kurze Biografie und wichtigste Werke
Hugo Ball wurde am 22. Februar 1886 in Pirmasens geboren. Er wuchs in einer katholisch geprägten Familie auf; sein Vater Karl Ball war Schuhfabrikant. Seine Mutter war Josephina Ball, geborene Arnold. Nach dem Schulabschluss studierte er ab 1906 Germanistik, Geschichte und Philosophie in München und Heidelberg. Besonders interessierten ihn die Philosophie, die moderne Literatur und die Möglichkeiten des Theaters.
1910 ging Ball nach Berlin, wo er an einer Schauspielschule ausgebildet wurde und unter dem bekannten Theaterregisseur Max Reinhardt arbeitete. Anschließend war er als Dramaturg an verschiedenen Bühnen tätig, unter anderem in Plauen und an den Münchner Kammerspielen. Neben seiner Theaterarbeit schrieb er eigene Dramen und literarische Texte. 1911 erschien seine Tragikomödie "Die Nase des Michelangelo".
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs erschütterte Balls Weltbild. Als überzeugter Pazifist lehnte er den Krieg und den nationalistischen Patriotismus ab. 1915 emigrierte er gemeinsam mit der Schriftstellerin und Kabarettistin Emmy Hennings in die neutrale Schweiz. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, traten beide mit Varieté-Ensembles auf; Ball arbeitete als Pianist und Texter.
Am 5. Februar 1916 eröffnete Ball in Zürich gemeinsam mit Emmy Hennings das "Cabaret Voltaire". Der Veranstaltungsort wurde zum Treffpunkt internationaler Künstler und zu einem Zentrum des Dadaismus. Zu den beteiligten Künstlern gehörten Hans Arp, Tristan Tzara, Richard Huelsenbeck und Marcel Janco. Sie protestierten mit provokanten Darbietungen, ungewöhnlichen Texten und experimenteller Kunst gegen die herrschenden kulturellen Konventionen und die zerstörerische Gewalt des Krieges.
Besonders berühmt wurde Ball durch seine Lautgedichte, darunter Karawane und Gadji beri bimba. In diesen Werken löste er die Sprache teilweise von ihrer gewöhnlichen Bedeutung und stellte Klang, Rhythmus und Stimme in den Mittelpunkt. Bei einem Auftritt im Juni 1916 trug er seine "Verse ohne Worte" in einem auffälligen, kubistisch anmutenden Kostüm vor. Diese Darbietung gilt als eines der Schlüsselereignisse der frühen Dada-Bewegung. Bereits 1917 zog sich Ball jedoch aus dem aktiven Dadaismus zurück.
Am 21. Februar 1920 heiratete er Emmy Hennings in Bern. Das Paar lebte später überwiegend im Tessin. Dort traf er auch den Schriftsteller Hermann Hesse - die beiden verband eine lebenslange Freundschaft.
Nach seinem Rückzug arbeitete Ball für die "Berner Freie Zeitung" und veröffentlichte 1919 die politische Streitschrift "Zur Kritik der deutschen Intelligenz". Das Buch enthält auch antisemitische Passagen, die zu einer differenzierten Betrachtung seines politischen Denkens gehören.
Später wandte er sich zunehmend dem katholischen Glauben und der christlichen Mystik zu. Seine autobiografischen Tagebücher erschienen 1927 unter dem Titel "Die Flucht aus der Zeit".
Hugo Ball starb am 14. September 1927 an einem Magenkarzinom und wurde auf dem Friedhof Sant’Abbondio in Gentilino beigesetzt, auf dem auch seine Frau Emmy – sie starb 1948 – und Hermann Hesse begraben sind.
Zur Übersicht der wichtigsten DichterInnen, die in dieser Gedichtsammlung vertreten sind. Alle Lyriker dieser Anthologie befinden sich unter Dichter nach Epochen.
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- Georg Heym **
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- Georg Trakl ***
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- Gustav Sack
Gedichte werden der literarischen Gattung der Lyrik zugeordnet und zeichnen sich durch besondere sprachliche Gestaltung aus. Die Texte sind meist relativ kurz und arbeiten mit Klang, Rhythmus, Bildern und Emotionen.
Das Wort „Dichter” geht auf das lateinische „dictāre“ zurück, was „mit Nachdruck sagen” bedeutet. Das Wort „Poet” hängt ebenso wie „Poesie” mit dem griechischen Verb „poiein“ zusammen, das unter anderem „schaffen” bedeutet.
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