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Soldatentraum


In einem Russendorfe zog

ich nachts die Reiterstiefel aus

und fiel in einen Traum und flog

auf Kinderschuhn ins Elternhaus.

 

Die Türen gingen auf und zu,

von Kinderhänden leicht bewegt,

als atmete in süßer Ruh

das Haus, vom Leben frisch durchregt.

 

Ich war in meines Vaters Haus

von Dämmerung zu Dämmerung

und lief im Spiel türein - türaus,

an Blut und Gliedern knabenjung.

 

Ich war daheim und ein war Kind,

doch als das Feld sich kaum bereift,

hat mir der kühle Morgenwind

die Kinderschuhe abgestreift.

 

Ich lag im Stroh , des Königs Mann,

fremd, tot und öde war das Haus.

Ich zog die Reiterstiefel an

und ritt ins Morgenrot hinaus.



(* 06.07.1887, † 16.10.1917)




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