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Die Mutter bei der Wiege


Schlaf, süßer Knabe, süß und mild!

Du deines Vaters Ebenbild!

Das bist du; zwar dein Vater spricht,

Du habest seine Nase nicht.

 

Nur eben itzo war er hier

Und sah dir ins Gesicht,

Und sprach: "Viel hat er zwar von mir,

Doch meine Nase nicht."

 

Mich dünkt es selbst, sie ist zu klein,

Doch muß es seine Nase sein;

Denn wenn′s nicht seine Nase wär,

Wo hättst du denn die Nase her?

 

Schlaf, Knabe, was dein Vater spricht,

Spricht er wohl nur im Scherz;

Hab immer seine Nase nicht,

Und habe nur sein Herz!



(* 15.08.1740, † 21.01.1815)




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