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Min Jehann


Ik wull, wi weern noch kleen, Jehann,

Do weer de Welt so grot!

Wi seten op den Steen, Jehann,

Weest noch? bi Nawers Sot.

An Heben seil de stille Maan,

Wi segen, wa he leep,

Un snacken, wa de Himmel hoch

Un wa de Sot wul deep.

 

Weest noch, wa still dat weer, Jehann?

Dar röhr keen Blatt an Bom.

So is dat nu ni mehr, Jehann,

As höchstens noch in Drom.

Och ne, wenn do de Scheper sung

Alleen, int wide Feld:

Ni wahr, Jehann? dat weer en Ton!

De eenzige op de Welt.

 

Mitünner inne Schummerntid

Denn ward mi so to Mod.

Denn löppt mi′t langs den Rügg so hitt,

As domals bi den Sot.

Denn dreih ik mi so hasti um,

As weer ik nich alleen:

Doch allens, wat ik finn, Jehann,

Dat is - ik sta un ween.



(* 24.04.1819, † 01.06.1899)




Bewertung:
5/5 bei 5 Stimmen

Kommentare

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  • Gravatar von Mike Tovar
    Mike Tovar | ipa.kiel@gmx.de
    vor 7 Monaten

    Ich kann es nicht zu Ende lesen ohne, dass mir Tränen kommen. Der Verlust eines Bruders ist wohl mit eine der schweren Prüfungen im Leben eines Menschen.

  • Gravatar von Lorenz Hansen
    Lorenz Hansen | hansen32@web.de
    vor 8 Monaten

    Ich habe das Gedicht im 4.Schuljahr (1943) gelernt. Ich kann es heute noch. Bin 87 J.

  • Gravatar von Anne Jabs
    Anne Jabs | anne.jabs@gmx.de
    vor 8 Monaten

    Es ist das Lied, das mein Vater oft sang. Nun bin ich schon weit über 80,aber es berührt mich noch immer.Ich bin glücklich, den Genauen Text hier gefunden zu haben.

  • Gravatar von Edgar
    Edgar | tralali@tralala.nrw
    vor rund 1,5 Jahren

    Wunderschönes Gedicht. Schade, wenn es in Vergessenheit geriete!

  • Gravatar von Heinz Buchholz
    Heinz Buchholz | heinzbuchholz@gmx.net
    vor rund 1,5 Jahren

    Min Jehann bringt in mir eine Saite zum schwingen, die mir zeigt, wie tief und stark die Niederdeutsche Sprache in mir ruht. Es gibt nicht ein zweites Gedicht für mich mit diesem Hintergrund (es entstand bei Groth nach dem Tod des geliebten Bruders), das mich so berührt.