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Amor und Venus


Amor pflückte Rosen

In Cytherens Garten,

Seinen goldnen Locken

Einen Kranz zu flechten.

Plötzlich stachen Dornen

Seinen zarten Finger,

Purpurrothe Tropfen

Sieht er quellen; weinend

Ruft er: »Mutter, Mutter!

Deine bösen Rosen

Stachen ihre Lanzen

Hier in meinen Finger;

Sieh’ doch, welche Wunde!«

 

Venus küßt den Finger

Ihres lieben Amor;

Plötzlich ist die Wunde

Wieder heil geworden.

»Mütterchen«, sagt Amor,

»Deine bösen Rosen

Mögen immer stechen!«



(* 02.04.1719, † 18.02.1803)




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