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Neujahrslied


Mit der Freude zieht der Schmerz

Traulich durch die Zeiten.

Schwere Stürme, milde Weste,

Bange Sorgen, frohe Feste

Wandeln sich zur Seiten.

 

Und wo eine Träne fällt,

Blüht auch eine Rose.

Schön gemischt, noch eh′ wir′s bitten,

Ist für Thronen und für Hütten

Schmerz und Lust im Lose.

 

War′s nicht so im alten Jahr?

Wird′s im neuen enden?

Sonnen wallen auf und nieder,

Wolken gehn und kommen wieder,

Und kein Wunsch wird′s wenden.

 

Gebe denn, der über uns

Wägt mit rechter Wage,

Jedem Sinn für seine Freuden,

Jedem Mut für seine Leiden

In die neuen Tage;

 

Jedem auf des Lebens Pfad

Einen Freund zur Seite,

Ein zufriedenes Gemüte,

Und zu stiller Herzensgüte

Hoffnung ins Geleite!



(* 10.05.1760, † 22.09.1826)




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