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Er preiset das Schwarze


Wan ich besingen sol / was mir ergezung bringt /

So ist es Schwarz und Braun / dem dises Lied erklingt.

Erlaubt mir / daß ich mich ein wenig lustig mach’:

Ein jeder preiset gern’ ein’ angeneme Sach’.

 

Ich haft’ an schwarzer farb’ / und bin ihr billich hold:

Ein schwarzes Erdreich ist mehr wert dan rohtes Gold /

Es bringet korn und wein: Gold dienet nur zur pracht /

Durch seinen stolzen glanz wird niemand satt gemacht.

 

Schwarz ziert des Menschen leib / ein schwarzes Augenpaar

Schmükt eine Jungfer wol / deßgleichen schwarze haar:

Helena war ja auch mit solchen ausgeziert;

Sonst hätte Paris sie gewißlich nicht entführt.

 

Wol mir / und mehr als wol / daß auch mein liebstes Kind

Sich in der schönen zahl des braunen Volks befindt!

Ihr schwarzes Augenliecht zündt meine kohlen an /

Daß mir die Liebe stets das herz erwärmen kan.

 

Schwarz ist durchgehends schön’: ein sauber schwarzes Kleid

Ziert beides Mann und Weib / und führet freüd’ und leid:

Was kan auch schöner sein / dan ein kohlschwarzes Pferd /

Die farbe nur allein ist hundert tahler wert.

 

Die schwarzen Kirschen seind bei ärzten hochgeacht /

Ihr wasser hat die red’ halb todten wiederbracht:

Schwarzbraune Negelein die riechen herrlich wol /

Ach hätt’ ich ihrer nur den ganzen garten voll.

 

Der braun’ und schwarze Wein hat freüdenreiche kraft;

Drum liebt ihn Bacchus sehr samt seiner bruderschaft /

Mars ist den schwarzen auch mit hulden zugetahn /

Dieweil das pulver schwarz / so er nicht missen kan.

 

Auch Phebus liebt das schwarz’ / und braucht es immerzu /

Die schwarze Dinte hat bei ihm ja keine ruh:

Ihr andre Farben ihr / roht / grühn / gelb / blau / und weiß /

Weicht etwas hinder sich / dan schwarz behelt den preis.

 

Ach schwarz / du edles schwarz / du immer schöne zier /

Mein herze hat allein zu dir lust und begier:

Mein auserwehltes schwarz / ich bleib’ in dich verliebt /

So lange nur mein leib dem leben wohnung giebt.

 

Der Tod hat endlich nichts an dieser liebesbrunst /

Dan wer mich überlebt / der tuht mir noch die gunst /

Und scharret meinen leib in schwarze erden ein /

Wan mein verliebter Geist wird ausgeflogen sein.



(* 16.09.1643, † 01.04.1697)




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