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Weinsberg


Von Weinsberg sind der Sagen

Der Wunder viel erzählt,

Aus längstverklungnen Tagen,

Mit Sang und Klang vermählt.

 

Das Lied der Weibertreue

Erklingt von Mund zu Mund,

Daß sich im Lied erneue

Die Treu zu jeder Stund.

 

Und daß einmal verblichen

Ein lustiger Geiger war,

Der noch sein Lied gestrichen

An seiner Totenbahr.

 

Von Jubel und von Festen,

Von minniglichem Sang

Erzählten schon die Besten

In hohem Liederklang.

 

Doch ist in unsern Tagen

Wol auch noch Manches wert,

Daß es, emporgetragen

Im Liede, sei verklärt.

 

Es steht in jenen

Ein grünumlaubtes Haus,

Da weht mit goldnen Flügeln

Ein Zauber ein und aus.

 

Da tönt durch stille Räume

Ein wunderbarer Klang —

Es ist, als ob man träume

Von himmlischem Gesang.

 

Das Häuschen schmiegt sich helle

An Rebenhügel an,

So wie auf grüner Welle

Sich wiegt ein Silberkahn.

 

Und wer im Kahn gestanden

Auf grünem Hügelmeer,

Der fühlet alle Banden

Der Erde nimmermehr.

 

Dem ist, als ging in Gluten

Der Himmel freudig auf,

Als zog auf grünen Fluten

Das Schifflein still hinauf!

 

Es weht an manchen Stellen

Ein Zauber ein und aus -

Es liegt in grünen Wellen

Das liebe Kerner - Haus.



(* 20.08.1819, † 30.05.1904)




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