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Herr und Knecht


Weg das Gesicht!

Ich duld es nicht!

Wo ist der zweite Jäger?

So ruft der Graf in zorn′gem Ton,

Der Alte schleicht betrübt davon,

Des Forstes bester Pfleger.

 

Das Hifthorn schallt,

Nun in den Wald!

Es ist zum ersten Male,

Daß er dies Schloß im finstren Tann

Besucht, er sah′s nur dann und wann

Von fern im Mondenstrahle.

 

Sie sprengen fort;

Was kauert dort

Am Wege, hinterm Flieder?

Der Greis, er zeigt aufs graue Haupt,

Der Jüngling aber flucht und schnaubt:

Du kehrst mir nimmer wieder!

 

Mit eins so wild

Und sonst doch mild?

So fragt man in der Runde.

Ich sah den Mann schon Böses tun,

Doch ganz vergebens sinn ich nun,

Ich weiß nicht Ort, noch Stunde!

 

Er jagt allein

Im tiefsten Hain,

Den schwarzen Eber hetzend;

Die andern blieben weit zurück,

Da stürzt sein Pferd, an einem Stück

Gestein den Fuß verletzend.

 

Der Alte tritt

Mit raschem Schritt

Hervor, von Gott gesendet;

Er fängt das Tier im grimm′gen Lauf

Behend mit seinem Spieße auf,

Da liegt es und verendet!

 

Nun kehrt er stumm

Sich wieder um,

Dem Herrn die Hand zu geben;

Doch der springt auf: Noch immer da?

So ist dir auch das Ende nah!

Und will den Speer schon heben.

 

Da bringt die Wut

Das treue Blut

Des Alten auch zum Kochen;

Er zieht das Messer, eh′ er′s denkt,

Und hat, so wie er′s kaum geschwenkt,

Den Jüngling auch durchstochen.

 

Und blutbedeckt,

Zum Tod erschreckt,

Bleibt er gebückt nun stehen.

Der Sterbende blickt über sich

Und murmelt noch: So habe ich

Ihn schon im Traum gesehen!



(* 18.03.1813, † 13.12.1863)




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