Nach oben

Ammonium


"Fremdling, laß deine Stute grasen!

O, zieh′ nicht weiter diese Nacht!

Dieß ist die grünste der Oasen;

Im gelben Sandmeer glänzt ihr Rasen,

Gleichwie inmitten von Topasen

Ein grüner, funkelnder Smaragd!"

 

Er sprach: "Gern will ich mich entgürten!"

Und nahm dem Pferde das Gebiß.

Er setzte sich zu seinen Wirthen;

Des Wüstengeiers Flügel schwirrten

An ihm vorüber nach den Syrten,

Zu ruhn in der Pentapolis.

 

Die Lieder und die Cymbeln klangen;

Die Mappe lag auf seinen Knien.

Die Rosse mit den blanken Stangen,

Die finstern Reiter mit den langen

Gewanden, und den bärt′gen Wangen,

Die Zelte - fremd ergriff es ihn.

 

Mit farb′gen Stiften schuf er glühend

Ein Bildniß dieser Wüstenrast.

Die Dromedare lagen knieend

Am Quell; des Wirthes Töchter, blühend

Und schlank, bald nahend und bald fliehend,

Umtanzten singend ihren Gast:

 

"Fremdling, laß deine Stute grasen!

O, zieh′ nicht weiter diese Nacht!

Dieß ist die grünste der Oasen;

Im gelben Sandmeer glänzt ihr Rasen,

Gleichwie inmitten von Topasen

Ein grüner, funkelnder Smaragd!"



(* 17.06.1810, † 18.05.1876)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommetar vorhanden!