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Eine horazische Ode in einem Sonett


Indem du jetzt das Feld, o Thaliarchus, siehest

Mit weißem Reif umhüllt, so daß der Wald sich senkt,

Und wie der dicke Frost die starken Fluthen schränkt,

So höre meinen Rath, daß du dich nur bemühest,

 

Wie du das Holz zur Glut und lichten Flamme ziehest.

Zapf′ an ein altes Faß, die Sorg′ auf Gott gesenkt!

Das Laub wird ja nicht stets vom Äolus gekränkt.

Laß heute heute sein, damit du klüglich fliehest,

 

Was morgen schaden kann. Nimm deiner Zeit Gewinn,

Und schicke traurig sein zum krummen Alter hin.

Treib′ deine Ritterspiel′ und dein verliebtes Siegen,

 

Dein Scherzen mit der Schaar, die gerne sich versteckt,

Und mit dem Lachen bald sich wiederum entdeckt,

Das darum widerstrebt, daß man es soll bezwingen



(* 06.02.1639, † 30.07.1691)




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