Nach oben

Auff einen namens-tag


O Venus leihe mir den zierath deiner wahre/

Vergiß ja keine schminck/ umzircke doch die haare

Der schönsten Tharackin/ nimm diamanten-stein/

Und was noch köstlicher alls alles diß kan seyn/

Das leg′ ihr um das haupt. Vergiß auch nicht der ohren/

Laß deinen kleinen sohn bald lauffen zu den mohren/

Und bringen perlen her/ die jenen gäntzlich gleich/

So die Cleopatra/ da sie ihr schönes reich

Zu zeigen emsig war/ in einer nacht verschwendet;

Damit das schöne haupt/ dem wir so hoch verpfändet/

Noch schöner möge seyn/ und dessen wunder-pracht

Zu zeigen/ wie ein stern/ der bey gewölckter nacht

Den weiten himmel ziert; komm Flora/ binde kräntze/

Ihr Nymphen säumt euch nicht/ und heget neue täntze

Um eure königin. Bekennet auch dabey/

Daß ihr berühmter leib der schatz der schönheit sey.

Ach könt ich Paris seyn! solt ich ein urtheil fällen!

Wem doch mit würden sey der apffel zuzustellen/

Den Venus überkam; Ich nähme deine hand/

Ich gäb′ ihr einen kuß/ und dieses schönheits-pfand.



(* 25.01.1635, † 28.04.1683)




Bewertung:
0/5 bei 0 Stimmen

Kommentare

Mit dem Eintragen Ihres Kommentars erklären Sie sich mit der Speicherung und Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten gemäß unserer Datenschutzerklärung einverstanden.
  • Noch kein Kommentar vorhanden!